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Studienplatz per Losverfahren: Chance oder Chaos?
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jobmensa Redaktion
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Kurzgesagt:
Der Artikel befasst sich mit dem Losverfahren für Reststudienplätze, die entstehen, wenn Bewerber ihre Plätze nicht annehmen oder Studierende kurzfristig abspringen. In diesem Verfahren wird die Zulassung unabhängig vom Numerus Clausus (NC) verlost. Um teilzunehmen, müssen Bewerber proaktiv nach freien Kapazitäten suchen, etwa über die offizielle Studienplatzbörse oder direkt auf den Websites der Hochschulen. Neben der Chance auf das Wunschfach warnt der Text jedoch vor den Herausforderungen: Späte Zusagen führen oft zu einem verspäteten Einstieg ins Semester, Schwierigkeiten bei der Kurswahl und extremem Zeitdruck bei der Wohnungssuche. Dennoch wird das Verfahren als lohnenswerte Chance für alle Nachrücker bewertet.
- NC-unabhängige Chance: Im Losverfahren zählt allein das Glück; die Abiturnote oder vorherige Absagen spielen für die Ziehung keine Rolle mehr.
- Eigeninitiative ist Pflicht: Es gibt kein zentrales System für alle Plätze; Bewerber müssen aktiv Portale wie hochschulstart.de, den Hochschulkompass und die Websites einzelner Unis scannen.
- Organisatorischer Kaltstart: Wer per Los gewinnt, steigt oft erst nach Vorlesungsbeginn ein und muss Versäumtes (Vorkurse, Seminarplatzwahl) unter hohem psychischem Druck nachholen.
Per Losverfahren zum Studienplatz – das bedeutet fast immer: Hunderte Bewerber*innen, die allesamt darauf hoffen, ihr Wunschfach an der bevorzugten Uni studieren zu dürfen. Nervenaufreibend, hängt doch nicht weniger als die eigene Lebensplanung davon ab. Doch selbst wenn du den Sechser im Lotto erwischt hast und dein Studium wie geplant antreten kannst, warten zahlreiche weitere Herausforderungen auf dich. Ist die Zusage im Losverfahren nun das große Glück oder eine große Last? Warum werden Studienplätze überhaupt verlost? Und wie läuft das Verfahren eigentlich ab?
Studienplatz im Losfahren: Was ist der Hintergrund?
Das Restplatzverfahren kommt zum Einsatz, da sich eine Vielzahl von Abiturient*innen für diverse Studiengänge bzw. an mehreren Unis bewirbt. Nach der Zusage können sie naturgemäß nur ein Angebot wahrnehmen. Oder bereits eingeschriebene Studierende entscheiden sich vor Semesterbeginn spontan um. Dadurch werden einige Restplätze verfügbar, die nicht allein über das Nachrückverfahren besetzbar sind. Da die Unis jedoch für mehr Studierende auch entsprechend höhere Fördergelder erhalten, sind sie natürlich daran interessiert, ihre Kapazitäten voll auszuschöpfen. Daher gibt es diverse Vergabeverfahren für Restplätze. Diese gestalten sich wie eine Lotterie – jeder hat ein Los und aus der Masse der Bewerber*innen wird gezogen. Der Numerus Clausus (NC) oder andere Faktoren sind nicht mehr relevant.
Wo schaue ich nach Restplätzen für meinen Studiengang?
Du dachtest, die reguläre Uni-Bewerbung sei kompliziert? Dann hast du noch nie versucht, im Losverfahren die Zulassung für einen Studienplatz zu ergattern! Denn bevor du dich bewerben kannst, musst du zunächst herausfinden, wo überhaupt noch Plätze zu vergeben sind. Hierzu dienen spezielle Studienplatzbörsen – beispielsweise Hochschulkompass’ https://www.freie-studienplaetze.de –, denen die Hochschulen ihre freien Plätze fürs Sommer- bzw. Wintersemester anzeigen können. Für Letzteres ist die Studienplatzbörse im August, September und Oktober geöffnet. Du kannst nach Studienfächern suchen, mit den Ansprechpartnern an den Unis direkt Kontakt aufnehmen und dich innerhalb der Frist für die Verlosung registrieren.
Zum Studienplatz über die Losverfahren von hochschulstart
Darüber hinaus existieren die Clearingverfahren von hochschulstart. Hierbei werden im Anschluss an das Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) zur ortsübergreifenden Studienplatzvergabe zwei separate Verlosungen durchgeführt. Über das hochschulstart.de-Portal kannst du jeweils für maximal zwölf Studienplätze eine Bewerbung einreichen. Deine Teilnahme ist unabhängig davon, ob du schon einen Platz hast – und durch deinen Antrag im Clearingverfahren läufst du auch nicht Gefahr, ihn wieder zu verlieren. Wichtiger Hinweis: Bist du bereits beim DoSV registriert, musst du dich über dein bestehendes Benutzerkonto anmelden. Zweitaccounts sind nicht erlaubt!
Klick für Klick zum Uniglück: ab in die Untiefen der Websites
Und was geschieht, wenn die Unis nicht teilnehmen bzw. ihre verbleibenden Plätze nicht melden? Dann hast du noch die Möglichkeit, dich durch die teils recht komplexen Internetseiten der Universitäten zu klicken. Unter den Stichworten „Losverfahren” oder „Restplatzvergabe” kannst du fündig werden. Denn: Nach wie vor führen viele Hochschulen eigene Vergabe- und Losverfahren für Studienplätze durch. Die Recherche kann sich auszahlen. Aber Achtung: Die Bewerbungsfristen weichen je nach Uni voneinander ab. Umso entscheidender ist es, die Termine im Auge zu behalten.
Welche Probleme bringen die Losverfahren mit sich?
Nach der Verlosung entspannt in die Vorlesung? Nicht wirklich – selbst wer den Jackpot knackt und sich gegen Hunderte Mitbewerber*innen durchsetzt, hat noch längst nicht alle Hürden überwunden. Da die Restplatzvergabe teilweise bis ins Semester hineinreicht, kann es sein, dass du zu Beginn der Vorlesungszeit einiges verpasst. Während sich die anderen Erstis schon etwas im Uni-Alltag eingefunden haben, werden die Nachrücker ins kalte Wasser geworfen. Du musst dich um Seminarplätze kümmern, hast unter Umständen bereits die Vorkurse versäumt … und eventuell noch kein eigenes Dach über dem Kopf. Gerade in beliebten Hochschulstädten wie Hamburg, Berlin, München oder Köln, aber auch Tübingen ist der Wohnungsmarkt sehr hart umkämpft. Eine zusätzliche Herausforderung in der ohnehin intensiven Vor-Uni-Zeit!
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Zusätzlicher Druck auf dem Weg zum Studienplatz
Wie du also siehst, kann der im Losverfahren errungene Studienplatz Schwierigkeiten mit sich bringen – denn vor dem eigentlichen Studienbeginn steht die Organisation. Zuweilen ist die Folge sogar psychischer Stress. Manche Gewinner*innen haben das Gefühl, sie müssten den anderen Studierenden oder Professor*innen beweisen, dass sie ihren Platz auch verdient haben und hängen sich deshalb besonders rein. Schließlich möchte man nicht jemandem den Studienplatz wegnehmen, der seine Sache vielleicht besser gemacht hätte. Engagement und Motivation in allen Ehren – geht man jedoch permanent über seine Grenzen, droht im schlimmsten Fall ein Burnout. An dieser Stelle lässt sich sagen: Hab ruhig mehr Selbstvertrauen! Dass du nicht in der ersten Vergabephase eine Zusage erhalten hast, sagt nichts darüber aus, wie erfolgreich du dein Studium absolvieren wirst. Nach dem Abschluss lachst du wahrscheinlich über die Sorgen und Nöten der ersten Tage.
Ist ein Restplatz eine große Last oder das große Los?
Klar, das Losverfahren kostet Zeit und Nerven, ist ein immenser bürokratischer Aufwand. Der Semesterstart verläuft in der Regel bei Weitem chaotischer als bei den anderen Erstis. Aber am Ende wirst du als glückliche*r Nachrücker*in sagen können: Es hat sich definitiv gelohnt. Denn nachdem die ersten Anlaufschwierigkeiten gemeistert sind, wird dir klar: Ich habe das große Los gezogen und bin für meinen Wunschstudiengang zugelassen! Im Optimalfall noch in der tollen Stadt, in der du schon immer leben wolltest – keine weitere Überbrückungszeit oder ein Studium, auf das du keine Lust hast.
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Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Losverfahren ein zweischneidiges Schwert ist: Es bietet eine unverhoffte Rettung für die eigene Lebensplanung, verlangt den Gewinnern aber eine enorme Flexibilität und Belastbarkeit ab. Wer bereit ist, sich durch bürokratische Websites zu klicken und den chaotischen Einstieg in einen verspäteten Uni-Alltag in Kauf zu nehmen, bekommt hier eine zweite Chance, die oft wertvoller ist als jedes Wartesemester. Letztlich ist das Losverfahren eine Belohnung für Hartnäckigkeit – und wenn der Stress der ersten Wochen erst einmal verflogen ist, zählt nur noch eins: Man ist dabei.
1. Wann finden die Losverfahren statt?
Die Verfahren starten meist kurz vor oder sogar kurz nach Vorlesungsbeginn. Die Studienplatzbörse ist für das Wintersemester typischerweise im August, September und Oktober geöffnet.
2. Kostet die Teilnahme am Losverfahren Geld?
In der Regel ist die Bewerbung für das Losverfahren kostenlos, erfordert aber eine Registrierung bei den jeweiligen Portalen oder Hochschulen.
3. Darf ich mich für mehrere Losverfahren gleichzeitig bewerben?
Ja. Über das Portal hochschulstart.de kannst du dich beispielsweise für bis zu zwölf Plätze im Clearingverfahren bewerben. Auch parallele Anträge direkt bei den Unis sind möglich.
4. Verliere ich meinen aktuellen Studienplatz, wenn ich am Clearing teilnehme?
Nein. Die Teilnahme an einer Restplatzverlosung gefährdet einen bereits sicher geglaubten oder angetretenen Studienplatz an einer anderen Hochschule nicht.
5. Was ist die größte Hürde nach einem Los-Gewinn?
Das größte Problem ist meist der Faktor Zeit. Da man „nachrückt“, sind viele günstige Wohnungen bereits vergeben und wichtige Einführungskurse beendet, was einen sehr stressigen Start bedeutet.
jobmensa Redaktion
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