Gute Mitschriften in der Uni: Tipps zum Mitschreiben & Zusammenfassen

Inhaltsverzeichnis

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Kurzgesagt:

Der Artikel räumt mit dem Mythos auf, dass extrem ordentliche oder wortwörtliche Mitschriften automatisch zu Bestnoten führen. Während passives Abschreiben kaum Lerneffekte erzielt, ist die aktive Auseinandersetzung mit dem Stoff der Schlüssel zum Erfolg. Der vorgestellte Prozess basiert auf der Consolidation-Method: Nach dem selektiven Mitschreiben im Hörsaal folgen mehrere Stufen der Zusammenfassung. Dabei wird der Stoff immer weiter komprimiert – von thematischen Notizen über eine Ein-Seiten-Übersicht pro Vorlesung bis hin zu einem einzigen „Master-Blatt“ für die gesamte Prüfung. Dieser Prozess zwingt das Gehirn, Informationen neu zu organisieren und tiefe neuronale Verknüpfungen zu schaffen.

Die einen tun es mit voller Hingabe, die anderen gar nicht oder wissen nicht so recht wie. Wie man in der Vorlesung am effektivsten mitschreibt, ist eine Wissenschaft für sich. Die Buntstift-Fraktion blickt verächtlich auf die unschönen Uni-Mitschriften der bekennenden Krakler. Diese wiederum belächeln Erstere für ihre Schönschrift-Bessesenheit. Freund*innen, streitet euch nicht. Es kommt nämlich kaum darauf an, wie ihr im Hörsaal eure Vorlesungsnotizen anfertigt. Was wirklich zählt, ist wie ihr sie zusammenfasst. Wir verraten euch heute, wie ihr mit gründlichen Zusammenfassungen eure Noten in der Uni verbessern könnt.

Die Buntstift-Fraktion: 4-farbig zum Prüfungserfolg?

Jonas ist ein typischer Vertreter der Buntstift-Fraktion: Seine Mitschriften in der Uni sind wahre 4-farbige Kunstwerke. Fein säuberlich wird jeder in der Vorlesung behandelte Punkt der Reihe nach in aller Ausführlichkeit und feinster Schönschrift abgehandelt und anschließend hingebungsvoll unterstrichen. Absolut knickfrei versteht sich. Meine Grundschullehrerin Frau Rosenberger hätte dafür mindestens drei Einhorn-Sticker verteilt. An guten Tagen bringt Jonas so an die 90% des akademischen Wortschwalls des Dozenten/der Dozentin fast wortwörtlich zu Papier. Kopien von Jonas’ Lernunterlagen werden in der Prüfungszeit entsprechend hoch gehandelt. Wer so ordentliche, der Perfektion nahe und obendrein 4-farbige (!!) Mitschriften anfertigt, der kann doch eigentlich nur richtig gute Noten schreiben. Könnte man meinen. Ist nur leider nicht so: Jonas fällt zwar nie durch, von Bestnoten ist er jedoch, trotz seiner kalligrafischen Meisterleistungen, weit entfernt.

Mit richtigem Zusammenfassen zu guten Noten

Nele hingegen hat’s nicht so mit Buntstiften. Genau genommen besitzt sie gar keine. In der Vorlesung mitschreiben tut sie zwar auch –  was dabei herauskommt, würde Jonas aber vermutlich nicht mal als Vorlesungs-Mitschrift bezeichnen. Wahrscheinlich würde er das unleserliche und obendrein 1-farbige (!!) Gekrakel nicht mal mit der Kneifzange anfassen.

Die Wahrheit ist: Wie Jonas und Nele in der Vorlesung mitschreiben, ob ordentlich oder gekrakelt, 4-farbig oder 1-farbig, hat nicht unbedingt viel Einfluss auf ihren Prüfungserfolg. Im richtigen Zusammenfassen der Vorlesungsnotizen liegt der eigentliche Schlüssel zu guten Noten. Denn egal wie gut du in der Vorlesung zuhörst, wie akkurat du mitschreibst oder wie gründlich du die Texte liest: Erdbebensicher einbetoniert ist das Gelernte erst, wenn dein Hirn sich aktiv mit dem Stoff beschäftigt. Nicht durch passives Wiederholen. Genau auf dieser Erkenntnis beruht, was hier als Consolidation-Method beschrieben wird. Und so funktioniert’s:

Schritt 1: Zuhören – nicht malen!

Erstmal ist es wichtig, in der Vorlesung möglichst gut zuzuhören und alles Wichtige aufs Papier zu bringen – egal wie. Hauptsache, du kannst es im Anschluss noch gerade so entziffern. Die Betonung liegt dabei auf alles WICHTIGE: Es geht nicht darum, jedes Wort des/der Professor*in Eins-zu-eins roboterartig zu protokollieren. Ähnlich sinnfrei ist das Abschreiben von Power-Point-Folien, die du später sowieso runterladen kannst. Im Hörsaal sollte dein Ziel sein, neue Informationen aufzunehmen und möglichst schon zu verstehen.

Schritt 2: Zusammenfassung die Erste!

Jonas würde bei diesem Punkt wohl erleichtert aufatmen: Schließlich schreibt er seine – ohnehin schon ordentlichen – Notizen sowieso nach jeder Vorlesung noch einmal ab. Damit’s richtig hübsch wird. Sorry Jonas, zusammenfassen ist mehr als nur abschreiben. So holst du aus deinen Uni-Mitschriften mehr heraus: Nach der Vorlesung breitest du deine Notizen, die Power-Point-Folien und Texte zur Vorlesung vor dir aus, liest dir alles noch einmal in Ruhe durch und fasst es dann thematisch zusammen. Das Ergebnis hat mitunter nur noch wenig mit dem chronologischen Ablauf der Vorlesung gemein. Gar nicht schlimm: Es geht schließlich in den Prüfungen am Ende darum, den Stoff verstanden und verinnerlicht zu haben. Nicht die Vorlesung wortwörtlich nacherzählen zu können.

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Schritt 3: Zusammenfassung die Zweite!

Wunderbar, du hast deine Vorlesungsnotizen erfolgreich sinnvoll zusammengefasst. Im nächsten Schritt fasst du deine komprimierten Notizen noch einmal zusammen, diesmal allerdings auf nur einer Din-A4-Seite. Warum das Ganze? Jedes Mal, wenn du deine Stichpunkte auf dem Papier (oder dem Bildschirm) neu organisierst, passiert genau das gleiche auch in deinem Kopf: Dein Hirn packt die wirklich wichtigen Informationen in eine Schublade und schafft gleichzeitig viele neue Verbindungen zu schon bestehenden Schubladen. So findet es die gesuchte Info später viel schneller wieder – super für die Klausur am Semesterende!

Schritt 4: Zusammenfassung die Dritte!

Rückt die gefürchtete Prüfung näher, fasst du schließlich deine jeweils 1-seitigen Zusammenfassungen der einzelnen Vorlesungen ein weiteres Mal zusammen. Im Idealfall steht am Ende dieses Prozesses eine Din-A4-Seite, die die wesentlichen Punkte des Prüfungsstoffs auf den Punkt bringt. Die Stichworte auf diesem Blatt erinnern deine grauen Zellen dann an die Schubladen, in denen du die Vorlesungsinhalte durch das regelmäßige Zusammenfassen abgespeichert hast. Ein weiterer Vorteil der Methode: Wenn du diese letzte Hochleistungs-Zusammenfassung zur Prüfungsvorbereitung durchgehst, merkst du schnell, bei welchen Stichworten dir die Details wie von selbst einfallen und welche Themengebiete du besser noch mal wiederholen solltest.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ordnung auf dem Papier ist kein Ersatz für Ordnung im Kopf. Die effizienteste Vorbereitung auf eine Klausur beginnt nicht erst in der vorlesungsfreien Zeit, sondern bei der Nachbereitung jeder einzelnen Stunde. Wer die Disziplin aufbringt, seine Noten mehrfach zu filtern und zu verdichten, verwandelt loses Wissen in ein strukturiertes Netzwerk. Am Ende ist das „Master-Blatt“ nicht nur ein Spickzettel für das Kurzzeitgedächtnis, sondern das Ergebnis eines tiefen Verständnisprozesses. Investiere die Zeit im Semester – dein zukünftiges Ich wird dir in der Prüfungswoche dankbar sein.

Nein, solange du sie danach noch entziffern kannst. Die Form im Hörsaal ist zweitrangig; wichtig ist, dass du währenddessen den Stoff verstehst und die Kernbotschaften festhältst.

Weil das ein passiver Vorgang ist. Der Lerneffekt entsteht beim Erstellen der Zusammenfassung, da dein Gehirn dabei Informationen sortieren und bewerten muss. Passives Lesen fremder Notizen schafft keine tiefen neuronalen Verbindungen.

In der Regel nicht, da diese meist online verfügbar sind. Nutze die Zeit im Hörsaal lieber, um mündliche Ergänzungen des Dozenten oder eigene Verständnisfragen zu notieren.

Das ist ein Erfolg der Methode! Das Zusammenfassen deckt Wissenslücken auf. In diesem Fall solltest du das Thema sofort in Fachliteratur nachschlagen oder Kommilitonen fragen, bevor du die Kompression fortsetzt.

Es ist zeitaufwendiger als bloßes Abheften, spart dir aber die Panik und das „Bulimie-Lernen“ kurz vor der Prüfung, da du den Stoff bereits während des Semesters tiefgreifend verarbeitet hast.

Bild von jobmensa Redaktion

jobmensa Redaktion

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