Duales Studium - Vorteil Berufschancen, Nachteil wenig Leben?!

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Kurzgesagt:

Das duale Studium ist ein hybrides Bildungsmodell, bei dem Studierende zwischen Theoriephasen an der Hochschule und Praxisphasen im Unternehmen wechseln. Zu den größten Pluspunkten zählen die finanzielle Unabhängigkeit durch ein monatliches Gehalt, kleine Lerngruppen und eine Übernahmequote von etwa 80 %. Dem gegenüber steht eine enorme zeitliche Belastung: 10-Stunden-Tage sind keine Seltenheit, und statt Semesterferien gibt es nur den regulären Urlaubsanspruch. Zudem bindet man sich früh an ein Unternehmen und schränkt seine wissenschaftliche Flexibilität sowie die Möglichkeit zur späteren Promotion ein.

Erfolg hat seinen Preis. Aber muss der schon während des Studiums gezahlt werden? Das duale Studium bedeutet oft lange Arbeitszeiten, viele Prüfungen, Stress und wenig Privatleben. Dafür eine ziemlich sichere Zukunft. Ist es das wert?

Nach der Arbeit ist noch lange nicht Feierabend. Noch bis tief in die Nacht wird gelernt, sonst kommt man nicht mit. Und am nächsten Tag geht’s wieder früh raus in den 10-Stunden Arbeitstag. So sieht der Alltag eines/einer Student*in aus, der/die dual studiert. Im Moment sind es in Deutschland etwa 65.000. Die Studierenden wechseln zwischen der Ausbildung im Unternehmen und dem Studium an der Hochschule. So werden Studierende praxisnah ausgebildet und in den meisten Fällen nach Abschluss des Studiums direkt im Unternehmen eingestellt. Doch das sichere Karrieremodell hat seinen Preis.

Praxisnähe und hohes Ansehen – die Vorteile

Absolvent*innen eines dualen Studiums sind sehr gefragt auf dem Arbeitsmarkt, was unter anderem an dem Ruf des Studiums liegen könnte. Das duale Studium sei extrem hart und anstrengend. Aber auch schlichtweg die umfassende Erfahrung im Betrieb macht die Bewerber*innen sehr attraktiv für Arbeitgeber*innen.

Die Praxisnähe, die das duale Studium letztendlich auszeichnet, ist natürlich auch ein großer Vorteil. Du lernst direkt das theoretisch gelernte Wissen anzuwenden. Außerdem bleibt dir der Praxisschock erspart, unter dem vor allem Akademiker*innen sehr leiden. Die jahrelange Mitarbeit in einem Betrieb wird in 80% der Fälle mit einer anschließenden direkten Übernahme belohnt, während “normale” Studierende oft nach dem Studium um einen Arbeitsplatz kämpfen müssen. Was auch noch für das Kombi-Studium spricht ist, dass du sehr unabhängig wirst, da du von deinem Betrieb ein Gehalt und manchmal sogar die Studiengebühren gezahlt bekommst. Zudem sind die Lernbedingungen, die dir hier geboten werden, nicht mit staatlichen Hochschulen zu vergleichen. Meistens hat man Vorlesungen mit 20-40 Studierenden. Von überfüllten Hörsälen und zu wenig Plätzen in Seminaren bekommen duale Student*innen nichts mit.

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Kein Privatleben und zu früh gebunden – die Nachteile

Fast alle Argumente dafür können allerdings schnell umgedreht und somit zu Nachteilen werden. Es beklagen sich einige Studierende über zu viel Praxisnähe, denn darunter leidet die wissenschaftliche Komponente des Studiums. Wer also vorhat, später zu promovieren, könnte Schwierigkeiten haben, überhaupt einen Doktorvater zu finden. Generell bist du durch ein duales Studium schon sehr früh gebunden und auf eine Richtung festgelegt. Du kannst nicht, wie andere, durch Praktika in verschiedene Bereiche hineinschnuppern, und dich auszuprobieren, sondern entscheidest dich für ein bestimmtes Unternehmen. Auch was deine Weiterbildung betrifft, solltest du dich vorab gut informieren, da du dich bei einigen Unternehmen nach abgeschlossenem Studium gleich zu 2,3 oder 5 Jahren Tätigkeit im Betrieb verpflichtest. Ein weiterer Nachteil des dualen Studiums: ein Master ist nicht immer möglich. Eine andere Sache ist, dass du zwar bezahlt wirst, das aber den wenigsten tatsächlich ausreicht. Bei vielen wird es trotzdem manchmal eng. Als duale*r Student*in hast du nämlich keinen Anspruch auf Bäfog, da durch das Gehalt meistens die Höchstgrenze überschritten wird. Der letzte, aber vermutlich für viele, der ausschlaggebende Punkt ist die Freizeit. Die hast du so gut wie gar nicht. Die Semesterferien, auf die andere monatelang hinfiebern, fallen hier aus. Man hat lediglich 25-30 Urlaubstage zur Verfügung, die du aber meistens bereits für’s Lernen in Klausurphasen brauchst.

Ausgebrannt aber heiß begehrt? Was ist dir wichtig?

Es muss jeder für sich selbst entscheiden, wo seine Prioritäten liegen. Willst du deine Studienzeit genießen mit viel Freizeit, Party und flexibler Zeiteinteilung? Oder ist dir nicht so sehr das Studium wichtig, sondern eher was danach kommt? 3 Jahre büffeln und arbeiten statt selbstständigem Lernen und viel Spaß – ist es das Wert? Wer karriereorientiert denkt und nach beruflicher Sicherheit strebt, für den ist ein duales Studium sehr gut geeignet. Diejenigen, die noch nicht genau wissen, was sie machen wollen und sich noch ein bisschen ausprobieren möchten, ohne sich bereits festzulegen, die sollten diesen Weg noch einmal überdenken.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das duale Studium kein klassisches „Studieren“ im Sinne von Selbstverwirklichung und akademischer Freiheit ist, sondern eine hocheffiziente Berufsausbildung auf wissenschaftlichem Niveau. Es ist der ideale Weg für zielstrebige Pragmatiker, die finanzielle Sicherheit und einen direkten Karriereweg über die traditionelle „schönste Zeit des Lebens“ stellen. Wer jedoch die akademische Breite sucht oder sich erst noch ausprobieren möchte, könnte in den engen Strukturen des dualen Modells schnell an seine Grenzen stoßen. Letztlich ist es ein Tauschgeschäft: Man opfert seine Freizeit für einen exzellenten Startplatz auf dem Arbeitsmarkt.

In der Regel nicht. Da dual Studierende ein Gehalt beziehen, wird die Einkommensgrenze für BAföG meist überschritten. Die Finanzierung erfolgt stattdessen über die Ausbildungsvergütung des Betriebs.

Nein. Dual Studierende sind Arbeitnehmer und haben daher keinen Anspruch auf die vorlesungsfreie Zeit. Ihnen stehen lediglich ca. 25–30 Urlaubstage pro Jahr zu, die oft für die Prüfungsvorbereitung genutzt werden müssen.

Es ist schwierig. Da der Fokus stark auf der Praxis liegt, kommt die wissenschaftliche Tiefe oft zu kurz. Viele Universitäten fordern für eine Promotion eine stärkere theoretische Fundierung, als sie ein duales Studium bietet.

Vorsicht bei den Verträgen! Viele Firmen verpflichten ihre dual Studierenden, nach dem Abschluss für 2 bis 5 Jahre im Betrieb zu bleiben. Wer früher geht, muss unter Umständen Studiengebühren zurückzahlen.

Ein großer Vorteil sind die Bedingungen: Statt in überfüllten Hörsälen lernt man meist in kleinen Gruppen von 20 bis 40 Personen, was eine intensivere Betreuung ermöglicht.

Bild von jobmensa Redaktion

jobmensa Redaktion

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